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Proseminar Rechnerkommunikation und Telefon
OSI Reference Model
1977 erkannte die International Standard Organisation (ISO) die
Notwendigkeit den Bereich der Rechnerkommunikation zu normen. Bis zu
diesem Zeitpunkt standen Telekommunikationsnetze nur für einen sehr
beschränkten Teilnehmerkreis zur Verfügung , beispielsweise das ARPA -
Netz oder verschiedene Netze von Banken oder Fluggesellschaften. Da
diese Netze alle eigenständig waren, hatten hier auch die Hersteller
dieser Netze alle ein eigenes System, und somit auch Ihren eigenen
Standard geschaffen (geschlossenes System). Es war keine Möglichkeit
vorgesehen, diese verschiedenen Netze miteinander zu verbinden. Ziel
der ISO war es, einen offenen Standard für die Telekommunikation zu
schaffen, der es ermöglicht Informationen zwischen unterschiedlichen
Systemen auszutauschen. Es handelt sich um ein offenes System, da man
keine herstellerabhängige Hardware oder Protokolle spezifiziert.
Aufgrund der vielen verschiedenen Netzwerksysteme und der damit
verbundenen Architektur konnte man keinen einfachen Standart
festlegen. Stattdessen schuf man ein Einteilungsprinzip, welches eine
Unterteilung in 7 Schichten spezifiziert, und deren gegenseitigen
Beziehungen erklärt.
Dieses Einteilungsprinzip ist eine Architektur für den Verbund offener
Systeme, das sogenannte OSI (Open Systems Interconnection)
Referenzmodell, innerhalb dessen detaillierte Normen existieren. Wenn
OSI von einem offenen System spricht, ist kein reales offenes System
gemeint, sondern ein System dessen Komponenten sich dem OSI Modell
entsprechend verhalten.
Das OSI Modell definiert ein System nicht über die lokal
auszuführenden Aufgaben, sondern sein Verhalten nach außen. Ein System
ist dann offen, wenn es nach außen ein nach ISO genormtes Verhalten
zeigt.
Um dieses Modell verwirklichen zu können, musste man auf verschiedenen
Ebenen abstrahieren, da man keine Hardware oder Software mit in die
Spezifikation nehmen wollte. Aus diesem Grund teilte man die
Kommunikationssysteme in Schichten ein, wobei bei der
Schichtspezifikation mehrere Grundgedanken zu berücksichtigen waren:
- Jede Schicht muss eine genau definierte Aufgabe übernehmen
- Die Funktionen der Schichten sollten hinsichtlich der Zukunft
sinnvoll gewählt werden
- Die Lage der Schichten sollte so konstruiert werden, dass der
Informationsfluss zwischen den Schichten möglichst minimal bleibt
- Die Schichten sollten sich mit Ihren Aufgaben nicht in die Quere
kommen, und nur über spezielle Funktionen miteinander kommunizieren
können
- Um ein handliches Modell zu erstellen, sollten wenige Schichten
definiert werden, aber genügend um einen möglichst großen
Abstraktionsgrad zu erreichen.
Letztendlich wurde von der ISO ein Modell mit 7 Schichten
verabschiedet, wobei manr sich wundern mag, wieso gerade 7 und nicht 6
oder 8 (der britische Standart hatte sogar nur 5 Schichten). Es wurde
vermutet dass sich die ISO stark an dem Systems Network Architecture
(SNA) Protokoll von IBM angelehnt hatte, denn IBM war in dieser Zeit
Marktführer mit seiner Technologie.
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